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  Profil des Monats Juni 2005

Moises Polo

Butterflies in my lifeMoises PoloJahr der Diagnose: 1999
Beruf: Pensionist (Rentner)
Verlaufsform: schubförmig
Wohnort: ich lebe in David-City, Provinz Chiriquí, Republik Panamá, etwa 40 Meilen östlich der Grenze zwischen Costa Rica und Panamá.

Meine endgültige Diagnose erhielt ich 1999.

Mittlerweile bin ich aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, davor war ich IBM-hardware-Techniker, Priester und Lehrer. Heute bin ich der Präsident unserer Ortsgruppe der Panamá-MS-Stiftung, bekannt als Fundación de Esclerosis Múltiple de Panamá, Juan Rodolfo Santini, Capítulo de Chiriquí.

Bei mir wurde ein schubförmiger Verlauf diagnostiziert.

Ich lebe in David-City, Provinz Chiriquí, Republik Panamá, etwa 40 Meilen östlich der Grenze zwischen Costa Rica und Panamá.

Heuer möchte ich meinen Namen urheberrechtlich schützen lassen, um dann ein Buch mit all meinen Gedichten (nahezu 50) und einigen Monologen zu veröffentlichen.

Schmetterlinge in meinem Leben

Der Schmetterlingseffekt besagt, daß der Flügelschlag eines Schmetterlings in Asien einen Tornado auf der anderen Seite der Erde bewirken kann, wer also hat die MS in meinem Leben oder im Leben anderer bewirkt? Diese und viele andere Fragen stellte ich mir, als ich vom Arzt die endgültige Diagnose erfahren hatte.

Warum ich? Ich bin Priester und Lehrer, ich bin verheiratet und ein überaus aktiver Mensch, was soll ich jetzt tun? Jahre später bekam ich die Antworten, aber erst von Anfang an:

Schon als Teenager wußte ich, daß etwas mit meinem Körper nicht in Ordnung war; manchmal konnte ich wegen eines eigenartigen, starken Schmerzes in meiner Brust kaum atmen; damals war ich auch noch stolz auf meine abnormalen, starken Reflexe (heute weiß ich, das diese übertriebenen Reflexe eines der MS-Symptome sind).

Mit Ende 20 begannen der Schmerz und die extreme Müdigkeit, lästig zu werden, aber da ich von Kindheit an harte Arbeit gewöhnt war und zudem einige Unfälle hatte, durch die meine Wirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen worden war, akzeptierte ich all das als logische Folge meines Lebensstils. Letztendlich hatte ich mit 37 eine größere Operation an der Wirbelsäule, in der drei Brüche behandelt wurden.

Als ich die 40 überschritten hatte, begann aber wieder alles von vorn. Ich war zum zweitenmal verheiratet, hatte drei kleine Kinder und kein fixes Einkommen - es war sehr schwer, zurechtzukommen. Doch je mehr mich bemühte, weiterzukommen, desto mehr ging es mit meiner Gesundheit bergab, und meine ständige Suche nach einer Antwort brachte nichts außer Frustration (in den achtziger Jahren gab es in meinem gesamten Land nur drei oder vier Neurologen). 1998 schließlich mußte ich meine Pensionierung akzeptieren und fortan alles mit meiner gesetzlichen Rente bestreiten; aber ich glaubte immer noch, daß alles nur von der Wirbelsäulenoperation käme. Letztlich fand ich aber meinen jetzigen Arzt, einen exzellenten Neurologen, von dem ich nach diversen Tests die denkbar schlimmste Antwort erhielt: mehrere Läsionen im Zentralen Nervensystem, das hieß Multiple Sklerose.

Ich begann, die MS zu studieren. Ich konnte all die verschiedenen Symptome bei mir feststellen, auch das schlimmste: Depression. Am Anfang wußte ich noch nichts über MS und verwechselte sie mit amyotropher Lateralsklerose, es war wie ein Schlag auf den Kopf und ich konnte nichts tun außer zu weinen, wenn ich alleine war. Ich fragte meinen Arzt, ob die beiden Dinge miteinander zu tun hätten, und kehrte daraufhin zurück zum Internet, um MS-Spezialist zu werden; ich beschloß, gegen meinen Feind zu kämpfen.

Moises PoloZwei Jahre später, als ich gerade mit meiner Behandlung begonnen hatte, erzählte mir jemand über die MS-Stiftung in Panamá-City, die ich daraufhin kontaktierte und somit letztlich in meiner eigenen Provinz, Chiriquí, eine Ortsgruppe organisieren konnte. Der Name der Stiftung ist „Fundación de Esclerosis Múltiple de Panamá, Juan Rodolfo Santini“.

Eines Tages las ich ein MS-Magazin aus den USA und fand darin einen Satz, der mich enorm aufgemuntert hat: „Ich mag MS haben, aber die MS HAT MICH NICHT“. (Heuer habe ich ein Gedicht mit diesem Titel geschrieben, das Sie weiter unten finden, aber leider spanisch) Als ich diesen Satz las, dachte ich: „Das ist mein ‚warum‘, jetzt weiß ich, was zu tun ist.“ So hat die MS tatsächlich mein Leben verändert.

Da ich nicht mehr im Berufsleben stehe, kann ich mehr über diese Krankheit lernen und verbringe auch sehr viel Zeit damit, andere Betroffene und deren Angehörige im Kampf gegen MS zu unterstützen. Ich bin jetzt ein viel positiverer Mensch, ich organisiere Seminare für Allgemeinmediziner, durch die sie MS-Symptome besser und schneller erkennen und die Patienten an Neurologen überweisen können. Ich nütze alle Mittel in meiner Reichweite und auch weltweit, über Internet und auch meinen eigenen Neurologen, den international anerkannten Dr. Felipe Villarreal Nún~ez. All das hilft mir, und ich kann aufgrund der Resultate anderen Patienten veranschaulichen, wie es funktioniert, UND DASS ES TATSÄCHLICH FUNKTIONIERT!

Heute trainiere ich hart, um fit zu werden (vielleicht möchte ich Senioren-Olympia-Sieger werden), ich lebe nach einer gut ausgewogenen Diät, und ich verbessere tatsächlich meine Lebensqualität laufend. Die Depression habe ich mit meiner eigenen Medizin besiegt: alles von der heiteren Seite nehmen und immer ein Riesenlächeln von Ohr zu Ohr im Gesicht tragen. Wie ich das erreicht habe? Einfach weil die MS NIEMALS mich haben wird!

Mein Name ist Moisés Antonio Polo Cheva, ich bin 53 Jahre alt und ich lebe in David-City, Provinz Chiriquí, Panamá, und ich würde gerne jedem, der Spanisch verstehen und lesen kann, einige meiner Gedichte gegen MS und Depression schicken.

Also: Kopf hoch und auf in den Kampf!

Wenn Sie Moisés kontaktieren möchten, senden Sie bitte Ihre e-mails an info@msif.org, wir werden Ihre Schreiben weiterleiten.


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